Finanzentwicklung der sozialen Pflegeversicherung
Berechnungen zur langfristigen Finanzentwicklung der sozialen Pflegeversicherung
Das IGES Institut analysiert die finanzielle und strukturelle Krise der Pflegeversicherung. Die Pflegebedürftigen-Zahl wird bis 2055 um 37-53% auf bis zu 7,6 Millionen steigen. Gleichzeitig sinken Ausbildungszahlen (2022: -7%) und es fehlen bereits 200.000 Pflegekräfte. Die Eigenanteile steigen dramatisch (durchschnittlich 2.387 Euro/Monat im ersten Jahr). Ein Drittel der Heimbewohner benötigt bereits Sozialhilfe. Das Institut warnt vor „Pflege-Triage“, drohenden Insolvenzen und der Trennung hochaltriger Paare. Ohne Reform drohen: Bedeutungslosigkeit der Pflegeleistungen, explodierende Beiträge, ungenutzte Digitalisierungspotenziale und fehlende Quartiersstrukturen. Gefordert wird ein neuer Gesellschaftsvertrag für Altenpflege.
Anmerkung
Der Studienbericht des IGES Instituts ist eine Modellrechnung mit folgenden Zielsetzung:
„… , die Entwicklung des zur Finanzierung der prognostizierten Ausgaben notwendigen Beitragssatzes aufzuzeigen. Dabei sollten einerseits in den Modellrechnungen auch über geltendes Recht hinaus Varianten möglicher künftiger Regelungen (z. B. eine allgemeine Leistungsdynamisierung nach 2028) einbezogen und andererseits die Ausgabenseite der SPV nach den verschiedenen Ausgabenträgern dargestellt werden. Ein weiteres Ziel des Auftrags lag darin, strukturelle Probleme, Effizienzpotenziale und Fehlanreize im System der sozialen Pflegeversicherung aufzuzeigen.“
Quelle
veröffentlicht 02.2024
Link vom 08.01.2026: Finanzentwicklung der sozialen Pflegeversicherung