Zukunft 2040?

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Die Zeiten ändern sich. Was heißt das für die Zukunft der Altenpflege?

Die Stiftung Zukunft Altenpflege fokussiert fünf Herausforderungen, die Bedingungen der Langzeitpflege zukünftig verändern werden.

Es wird weniger Pflegefachpersonen geben und mehr Pflegebedürftige.

Zu den demographischen Realitäten gehört, dass sowohl mit weniger erwerbstätigen professionellen Pflegefachpersonen zu rechnen ist als auch damit, dass mehr Menschen mit Pflegebedürftigkeit in Deutschland leben werden. Die demographischen Verschiebungen treffen keine andere Branche in Deutschland so stark wie die Altenpflege. 

Was bedeutet das für Struktur, Finanzierung und Angebote von Langzeitpflege – insbesondere, wenn sie eine hohe Fachlichkeit und Versorgungsqualität anbieten will?

Migration prägt Pflege.

Deutschland war und ist ein Einwanderungsland. Pflegebedürftige als auch privat oder beruflich Pflegende haben zunehmend familiäre oder persönliche Migrationserfahrungen. Demographische Entwicklungen und Strategien der Branche – wie die weltweite Personalanwerbung – werden die Internationalität in Pflegeteams weiter verstärken. 

Der Umgang mit Migration wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Dabei haben migrationspolitische Entscheidungen Einfluss auf die Pflege – und andersherum: wer Pflege in Zukunft gestalten will, muss auch Migrationsgeschehen beachten. 

Wie können Unternehmen und Organisationen der Langzeitpflege einen aktiven und gestaltenden Umgang mit dieser Entwicklung finden? Wie können Strukturen geschaffen werden, die Kulturalisierungen und Rassismus entgegenwirken und beispielsweise Mehrsprachigkeit systematisch einbinden.

Die Pflege braucht Strategien im Umgang mit dem Klimawandel.

Die Auswirkungen des Klimawandels werden auch in Deutschland deutlich sein.

Extremwetterereignisse werden den Alltag in der Langzeitpflege prägen. Unternehmen und Organisationen der Langzeitpflege brauchen Strategien, um Pflegebedürftige z.B. bei Hitzewellen zu schützen. Die Grenze zum Katastrophenschutz wird fließender.

Gleichzeitig muss sich die Pflegebranche die Frage stellen, wie sie ihre Ökobilanz nach den notwendigen Klimazielen ausrichten kann. Das betrifft sowohl den Energieverbrauch und die Abfallproduktion als auch die Gestaltung des Speiseplans.

Wie können Unternehmen und Organisationen der Pflege auf diesem Weg begleitet werden? Was heißt das für 2040?

Pflege ist demokratierelevant.

Professionelle Langzeitpflege ist auch eine Wirtschaftsbranche. Doch vor allem ist sie ein grundlegender Teil der Daseinsvorsorge in unserem solidarischen Wohlfahrtsstaat. Erleben Bürger:innen Fehlversorgung bei der Alterssicherung, insbesondere in der Langzeitpflege, schwächt es das Vertrauen in die bestehenden staatlichen Strukturen.

Das Ringen um ein gutes Zusammenspiel von Fachlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Administration ist Teil der Demokratie. Neben der Sicherung eines verlässlichen Systems sollte Veränderung durch Innovation und Mitbestimmung ermöglicht werden. 

Welche Rollen nehmen Unternehmen und Organisationen der Langzeitpflege in der demokratischen Aushandlung von Pflegestrukturen für 2040 ein? 

Technische Innovation kann fachlicher Innovation nutzen.

KI ist eine technische Innovation, die auch in den Anwendungen, Strukturen und Prozessen der Langzeitpflege disruptiv wirken wird.

Dabei können technische Innovationen von den Unternehmen und Organisationen der Pflege aufgegriffen werden: Die Möglichkeiten der Digitalisierung und KI-Anwendungen befördern die Neugestaltung von Regelungen, Prozessen und Inhalten. 

Wie können Unternehmen und Organisationen in der Langzeitpflege KI nutzen, um unklare Finanzierung, Über- und Unterregulierung sowie die fortschreitenden Personalkrise zu meistern?